Faszination innere Welt !

Es ist wirklich faszinierend wie sich die innere Welt über den Tastsinn erschließen lässt. Eine Welt der Wunder, welche das Leben in ihrer Dynamik offenbart und Geschichten über uns selbst erzählt. Das, was uns ausmacht, wird im Grunde genommen strukturell spürbar und bezeugt durch rege innen wirkenden Informationsaustausch die vorherrschende Kraft unseres physiologischen Potentials. Unsere Lebenskraft und ihre Gestaltungsdynamik zeigen sich in Form von vielfältigen inneren Bewegungsmustern. Die Referenz oder - analogisch gesagt-, die Sprache oder die Schrift des Körpers offenbaren sich unter geübten Händen als eine bildliche oder filmische Darstellung verschiedenster Erlebnisse, welche im Laufe der Zeit zu strukturellen Anpassungen und Umgestaltungen geführt haben. Nur so lässt sich ein Unterschied zwischen Funktion und Dysfunktion in seinem vollen Umfang ermessen oder ertasten. Unserem Körper gelingt es auf irgendwelche Weise, gelebte Informationen abzuspeichern und macht diese unter spezifischen Bedingungen wieder abrufbar. Hier kommt dieses Leitmotiv von ´Leben ist Bewegung´ wieder ganz gut zur Geltung. Biomechanische, biochemische und bioenergetische Prozesse finden vermutlich ein gemeinsames Sprachrohr, welches für Osteopathen bekannt ist als der Primäre Respiratorische Mechanismus (PRM). Möglicherweise wird dieser Mechanismus zentralmotorisch  durch den gehirneigenen Kranial-Rhythmischen-Impuls (CRI) angetrieben. Er ist überall im Körper durch verschiedenste anatomische und physiologische Vernetzungen wahrnehmbar und lässt sich genau palpatorisch deuten, bearbeiten und zur Regulation anregen.

Das Indikationsfeld ist auf dieser Basis sehr breit aufgestellt und lässt sich im Grunde genommen dadurch schwer in indikationsbedingte Therapiemodelle zwingen. Obwohl es leichter, einfacher und logischer wäre nach Indikationen zu behandeln, kann nach holistischen Prinzipien nur bedingt auf diese Weise therapiert werden.

Osteopathen können bei der Feststellung verschiedenster Symptome und Krankheitsbilder sicher eine gute Arbeit verrichten. Evidentbasierte Nachweise stehen in manchen Bereichen noch aus. Die Therapie kann erfahrungsgemäß kurativ (heilend), präventiv (vorbeugend) und begleitend eingesetzt werden.  

Indikationen können dann aufgestellt werden, wenn entsprechende wissenschaftliche Arbeiten die Wirksamkeit einer Intervention nachweisen. Unsere Forschungsarbeiten versuchen den wissenschaftlichen Standards gerecht zu werden und könnten gewissermaßen als Richtlinie für das Aufstellen eines Indikationsfelds dienen. Es fehlen die sogenannten Metastudien und umfassende Langzeitstudien, welche uns zusätzliche Daten über die Wirksamkeit der Osteopathie liefern könnten. Dies würde viel größere finanzielle Mittel, eine starke Lobby, Zeit, mehr Zugänglichkeit zu den medizinischen wissenschaftlichen Zentren und einen angemessenen politischen und medizinischen Willen erfordern. Die osteopathischen Verbände, die akademischen Organisationen und schlussendlich jeder Therapeut, leisten viel Arbeit um eine Etablierung der Osteopathie innerhalb der medizinischen Institution zu ermöglichen.    

Gesetzliche wie auch private Krankenkassen beschreiben in ihren Zusatzleistungen mögliche Wirkungsbereiche oder führen eben sogenannte Indikationen für die Osteopathie auf. Diese werden je nach Krankenkasse unterschiedlich benannt. In der Regel finden Sie auch bei den osteopathischen Verbänden eine Indikationsliste oder Indikationshinweise.


Goldregel 

Die Osteopathie ist als Methode nicht wörtlich (z.B. als Krankheit der Knochen) zu verstehen, sondern als ein komplementär medizinisches Verfahren, deren Grundprinzipien sich auf eine ganzkörperlich-ganzheitliche Lehre stützen. Sie lässt sich traditionell in ein muskuloparietales (Muskel-Skelett), ein viszerales (Organe), ein urogenitales (Harn- und Geschlechtsapparat), ein kraniosakrales (Schädel-Kreuzbein Komplex) und ein fasziales (Bindegewebe) System einteilen. 


Gut zu Wissen

Aus der Leitlinie für die Entwicklung und die Definition des Berufs des Osteopathen; "Berufsbild Osteopath" (2015) verfasst von verschiedenen osteopathischen Verbände, können wir u.a. folgendes aufführen:

"... Der Osteopath arbeitet selbständig und eigenverantwortlich im primären Patientenkontakt... Das Berufsfeld des Osteopathen umfasst neben der Tätigkeit in niedergelassener Praxis auch alle Einrichtungen des Gesundheitssystems.

Im Rahmen seiner Tätigkeit arbeitet der Osteopath mit allen beteiligten des Gesundheitswesens zum Wohle der Patienten vertrauensvoll und verantwortlich zusammen. Der Osteopath wird seine Patienten, wo nötig und sinnvoll, zur Mit- oder Weiterbehandlung an kompetente Partner im Gesundheitswesen, wie z.B. Ärzte der verschiedenen Fachbereiche, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, usw. verweisen. ..."

Die Konsenzgruppe Osteopathie Deutschland verantwortlich für die Verfassung des "Berufbild Osteopath" stellt sich zusammen aus folgenden Verbände:

- Akademie für Osteopathie e.V. (AFO)

- Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie e.V. (BAO)

- Bundesverband Osteopathie e.V. (bvo)

- Deutscher Verband für Osteopathische Medizin e.V. (DVOM)

- Register der traditionellen Osteopathen in Deutschland GmbH (ROD)

- Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD)